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„Die Verbauungen am HOFER-, JOHANNES- und TÖDTERBACH sind nahezu abgeschlossen,“ konnte Altbürgermeisters Anton Gesser im Jahre 1992 verlautbaren.
Nun tat sich für uns die Frage auf, ob denn diese Verbauungen heute vollständig abgeschlossen sind und sich die Sillianer Bevölkerung sicher fühlen kann. |
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Bürgermeister Schiffmann erklärte, dass die Verbauungen am Hofer- und am Johannesbach zur Gänze fertiggestellt worden seien und dass für den Tödterbach bereits ein Projekt vorliege, dessen Baubeginn im Jahre 2006 geplant sei. Einen 100%igen Schutz gibt es bei solchen Ereignissen nie, aber riesige Auffangbecken und Geschiebesperren, die regelmäßig ausgeräumt und gewartet werden, sollen die bestmögliche Sicherheit gewährleisten. Um über den Zustand der Wildbäche rund um Sillian Bescheid zu wissen, wird von Seiten der Gemeinde jährlich ein Waldaufseher auf den Weg geschickt, um alle Bachbetten abzugehen. Er verfasst in Folge ein Protokoll, welches an die Bezirkshauptmannschaft Lienz weitergeleitet wird. Kleinere Probleme, wie etwa ins Bachbett gefallene Bäume, werden direkt von der Gemeinde Sillian behoben. Für größere Aufgaben wird die Hilfe der Wildbach- und Lawinenverbauung benötigt. |
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„Ein Augenmerk auf die Bäche in Sillian ist immer nötig. Auch die Drau stellt für Sillian immer eine Gefahr dar,“ so Schiffmann. Als Gefahrenpotential muss vor allem das Geschiebe gesehen werden, welches im Tödterbach stark vorhanden ist und unter Umständen sogar die Drau verlegen könnte. Man kann nicht mehr von 100-jährigen Hochwassern ausgehen. Die Abstände zwischen solchen Katastrophen sind Berechnungen zu Folge leider schon viel kürzer geworden. Auf das Hochwasser in den 60er Jahren folgten in Sillian bereits 1999 wieder so starke Regenfälle, dass die Drau beinahe über die Ufer gegangen wäre.
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„Auf Grund dieser Situation,“ sagt Schiffmann „haben wir bereits wieder bei der Wasserwirtschaft interveniert.“
Die Sicherheit der Bevölkerung hat für die Gemeinde oberste Priorität. So wird stark danach getrachtet, die Grundverhandlungen mit der Agrargemeinschaft Arnbach zu einem Abschluss zu bringen, um mit der Verbauung des Tödterbaches beginnen zu können.
Auch für zwei kleinere Bäche in Arnbach, den Staudembach und den Urlasbach, sind bereits Projekte eingereicht worden.
Vom Einreichen eines Projektes bis zu dessen tatsächlicher Verwirklichung kann es allerdings oft Jahre dauern. „Die Geschwindigkeit der Abwicklung ist abhängig von den Ämtern. Die Gemeinde kann nur Druck machen,“ so Bürgermeister Schiffmann zu hochpustertal.at.
Der Ablauf der Projektierung ist folgender:
Die Gemeinde sucht bei der Wildbach- und Lawinenverbauung schriftlich um die Verbauung eines gewissen Baches, usw. an. Daraufhin wird das Projekt vorgemerkt und nach Maßgabe der finanziellen Mittel, die bei uns hier auf ganz Osttirol aufgeteilt werden müssen, und Abwägung der Prioritäten ausgeführt.
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Wäre für Sillian in den kommenden Tagen ein nordtirolartiges Unwetter vorhergesagt, so würde man nach dem ständig weiterentwickelten Katastrophenschutzplan vorgehen. In solchen Fällen geht die Information über die vorhersehbaren Unwetter ca. 1 bis 2 Tage vorher in der Gemeinde ein. Diese setzt sich mit der Bezirkshauptmannschaft in Verbindung. Einsatzkräfte, wie unter anderem die Feuerwehr, das Rote Kreuz und die Gendarmerie, werden in Bereitschaft gehalten. Ein eigens gebildeter Krisenausschuss in der Gemeinde berät über die weitere Vorgehensweise. |
„Wir arbeiten immer auf weitere Verbesserungen im Katastrophenschutzplan hin. Immer weitere Vorbeugemaßnahmen werden getroffen. Was die Sicherheit des Ortes betrifft, sind wir immer tätig gewesen.“
Im Gemeinderat wird in nächster Zeit der Antrag auf Hilfemaßnahmen für die Nordtiroler Bevölkerung gestellt. Solidarität sei in Zeiten wie diesen besonders wichtig, meint Schiffmann und ruft auch jeden einzelnen privat auf, zu helfen. Die Gemeinde Sillian wird, wie auch schon bei der Zunami-Katastrophe, mit einer finanziellen Unterstützung helfen.
Die jüngsten Ereignisse rufen bei Herrn Bürgermeister Schiffmann auch Erinnerungen an die Hochwasserkatastrophe im Sillian der 60er Jahre hervor. Zu dieser Zeit war er gerade einmal 16 Jahre alt, doch besonders, wenn er alte Fotos betrachtet, kann er sich sehr genau erinnern, was damals in unserem Ort los war. Das Wasser stand bis zu 2 m hoch und die Stromversorgung war ausgefallen. Auch zahlreiche Holzvorräte wurden durch das Wasser nass, so war man auf die Hilfe der Mitbürger besonders angewiesen. Der Bürgermeister denkt noch sehr positiv an den guten Zusammenhalt in der Gemeinde in der damaligen Notsituation zurück.